Aussehen:
Wir müssen grundsätzlich unterscheiden zwischen dem Holzapfel (Pyrus malus) und dem kultivierten Apfelbaum (Pyrus domestica.
Der Holzapfelbaum ist, im Gegensatz zum kultivierten Apfelbaum, ein kleiner Baum oder Strauch, der etwa 10 m hoch werden kann.
Oft trägt er leicht dornige Äste. die Rinde ist rissig-schuppig. Die kleinen, gekerbten oder gesägten Blätter weisen eine feine Behaarung auf. Die Blüten sind weiss bis rosa überlaufend, wie auch beim kultivierten Apfelbaum.
Die Früchte des Holzapfelbaumes bleiben eher klein und sind meist von grünlich-gelber Farbe.
Jene des kultivierten Apfelbaumes können je nach Sorte recht gross werden. Verwildert der Kulturapfel, so verliert er sehr rasch die besonderen Merkmale und wächst
sich wieder zur ursprünglichen Form aus.
Geschichtliches:
Der Apfelbaum und seine Geschichte haben eine uralte Vergangenheit. Wir lesen von ihm schon in der Bibel, aber auch in vielen
anderen Religionsbüchern, so z.B. auch im ägyptischen Totenbuch.
Seine Symbolik finden wir in zahlreichen Märchen, Legenden und Sagen. In vielen kultischen Handlungen spielte der Apfelbaum eine grosse Rolle. Man denke an den Reichsapfel, der für Macht und Reichtum, aber auch für deren Vergänglichkeit Ausdruck fand, oder auch an den Liebesapfel, des Symbols für Fruchtbarkeit. Der Apfel ist Ausdruck für die Erkenntnis und die Sünde.
Als Fruchtbaum war er bereits in der Steinzeit bekannt. Speiseresten aus dieser Zeit lassen darauf schliessen, dass er ein wichtiger Bestandteil der Ernährung von damals war.
Der Kulturapfel hat ebenfalls eine alte Vergangenheit. Schon vor 3000 Jahren wurden Zuchtformen angebaut.
Uns brachten die Römer den kultivierten Baum. Mit 22 Apfelsorten war damals das Angebot gegenüber heute verschwindend klein.
Heute umfasst das Angebot über 1100 Züchtungen. Zu sagen ist jedoch, dass viele alte, sehr gute Apfelsorten nicht mehr erhältlich sind.
Sie wurden leider Opfer von gewinnorientierten Züchtungen, die sich in Monokulturen besser anbauen lassen.
In der Heilkunde hat der Apfelbaum seit je her eine besondere Stellung. Zählt man ihn zu den Lebensmitteln, so werden seine
Heileigenschaften nochmals unterstrichen.
Ob als Fruchtbarkeitsförderndes oder als Zahnschmerz vertreibendes Mittel, der Apfel fand und findet nach wie vor eine vielseitige und breite Anwendung. Plinius d. Ältere (23-79 n.Chr.) beschreibt uns einen assyrischen Apfelbaum, der als Gegengift verwendet worden sei und dessen Blätter zudem Ungeziefer von Kleidern ferngehalten hätten.
Die hlg. Hildegard v. Bingen empfiehlt den Apfel bei Leber- und Milzschmerzen, aber auch bei Migräne (Überhaupt lobt sie den
Apfel ganz allgemein.
Auch heute ist der Apfel als sehr gute Diät- und Heilmittel in verschiedenen Rezepturen in hohem Ansehen.
Werden alle möglichen Eigenschaften und Anwendungsformen zusammen genommen, so entdecken wir im Apfelbaum ein Heilmittel das unter den Bäumen
und Sträuchern seinesgleichen sucht. Der Apfelbaum verdient es immer noch als Lebensbaum bezeichnet zu werden. Es muss ihm nur etwas mehr Beachtung geschenkt werden.
Naturwissenschaftliche Heilpflanzenbeschreibung
Ich beschreibe hier anstelle des kultivierten Apfelbaumes, den wilden Apfelbaum, den Holzapfel. In der Anwendung bleiben
sie praktisch gleich.
Verwendete Teile: Frucht
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