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Birnbaum

Botanischer Name:

Pyrus communis

 

 

Familie:

Rosaceae     (Rosengewächs)

 

 

Vorkommen:

 

Die Kulturbirne wird in ganz Europa angebaut. Ebenso finden wir die mutmassliche Stammform, die Holzbirne (Pyrus pyraster) in ganz Mittel- und Westeuropa. Teilweise wird heute die Holzbirne wieder vermehrt aufgeforstet. Die Früchte dienen dann als Wildfutter.

 

 

Ursprüngliche Herkunft:

Die Kulturbirne wurde höchstwahrscheinlich erstmals in asiatischen Ländern und auf dem Balkan
aus der Holzbirne gezüchtet.

 

 

Blütezeit:         

April – Mai

Aussehen


Bis 20 m hoch kann die Kulturbirne wachsen. Ihr Kronenbild zeigt sehr bald, wie beim Apfelbaum, die Form der Frucht. Selbst die elliptisch-ovalen, fein gezähnten Blätter weisen auf die Birnenform hin. Die Leuchtendweissen Blüten öffnen sich noch bevor das junge Blatt vollständig entrollt ist. Die Frucht ist eine Scheinfrucht, deren Grösse und Farbe je nach Sorte unterschiedlich sind.

 

Geschichtliches

Gleich wie der Apfelbaum ist auch der Birnbaum durch seine Symbolik gekennzeichnet. Der Birnbaum bildet mit dem Apfelbaum zusammen das Baumpaar und drückt eher das männliche Prinzip aus. Obschon viele Bräuche auf das Gegenteil hindeuten, dürfte der Birnbaum in seiner Art und seiner Gestalt eher als männlicher Baum bezeichnet werden.      

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Der Birnbaum steht als Symbol der Reinheit und Gerechtigkeit in Ost und West. Er beinhaltet selbstlose, nach dem Vorbild von Christus gelebte Liebe. Das vor allem hier in Europa. Der Birnbaum gehört auch zu jenen Bäumen, die am Tage einer Neugeburt gepflanzt werden. Das Wasser des ersten Bades eines Mädchens wird an den Stamm eines Birnbaumes geschüttet, um damit das Wachsen und die Gesundheit des Mädchens zu fördern.

 

Geschichtlich lässt sich aus Funden nachweisen, dass die Holzbirne schon in der Steinzeit als Lebensmittel diente. Griechen und Römer veredelten den Birnbaum, so dass schon in der Zeit der Römer über 40 Kultursorten bekannt waren. Heute sind es über 1000 verschiedene Speisen- und Mostbirnen, die angebaut werden. Auch in der Heilkunde ist der Birnbaum sehr wohl bekannt.

 

Alle alten Überlieferungen weisen auf die schwere Verdaulichkeit der roh genossenen Birne hin. Sie wird praktisch immer in gekochter Form oder als Saft empfohlen.

 

Die hlg. Hildegard v. Bingen gibt sogar eine Art von Latwerge aus gekochten Birnen an, die wertvoller und nützlicher sei als das
reinste Gold. In der alten Volksheilkunde diente der Birnbaum wie auch viele andere Bäume dazu, Krankheiten auf den Baum zu übertragen. Heute ist aus der Sicht der Heilkunde viel Wertvolles in Bezug auf den Birnbaum verloren gegangen.

 

Naturwissenschaftliche Heilpflanzenbeschreibung
An sich ist der Birnbaum kein offizielles Heilmittel mehr. Dennoch ist es wichtig, auf seine Möglichkeiten vermehrt hinzuweisen,
da er doch eine recht wichtige Bedeutung erhält, sobald seine Vorzüge wieder erkannt und angewendet werden.

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Verwendete Teile: Blätter und Früchte  

 

Sammelzeit: die jungen Blätter April – Mai
  die Früchte je nach   Sorte, August – Oktober
Wirkstoffgruppe: Blätter:           Glycosiddroge
Früchte: Mineralsalzhaltige   Drogen
Hauptwirkstoff: Früchte: verschiedene Mineralsalze,  organische Säuren  Riboflavin,  Niacin,  Eiweisse,Gerbstoffe, Fett
Blätter: Saponinglycoside, Gerbstoffe, Arbutin
Nebenwirkstoff:  Früchte:        Pektin, Zucker

 

Wirkung

 

Hauptwirkung Früchte:           zusammenziehend, Wasser treibend
Blätter: Wasser treibend, desinfizierend
Nebenwirkung: Früchte:           blutreinigend, magenstärkend

 

Anwendung

 

innerlich:  Früchte:      bei Herz-Kreislaufschwäche, bei Bluthochdruck
  Blätter:        bei Blasenentzündungen, bei Nierenkrankheiten

 

Zubereitung

 

innerlich:  Früchte:       als Diätkost: gekocht und in Form von Kompott, Saft
   Blätter:        als Tee: nur junge frische Blätter nehmen  3-4 Teelöffel auf 1 Tasse Wasser geben, 10 Min
  ziehen lassen, absieben und 5-8 Tassen pro Tag  trinken.

 

Besonderes
 Die Birnbaumblätter sind in vielen Fällen von Nieren-Beckenentzündungen und bei Blasenentzündungen als desinfizierendes Mittel  den gerbstoffreichen Bärentraubenblätter vorzuziehen. Die Birnbaumblätter wirken allgemein weniger reizend. Sie können jedoch nicht getrocknet werden, da das Arbutin beim Trocknungsprozess praktisch verloren geht. Das bedeutet dass die Birnbaumblätter
 nur frisch als Tee zubereitet werden können.                                                                                                                           

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Volksheilkundliche Anwendung
Die Birne gilt im Volk als stark kühlendes und Wasser treibendes Mittel. Ihr Saft dient oft als Kur zur allgemeinen Entgiftung desKörpers. Ganz speziell wird er auch zur Behandlung von Gicht und rheumatischen Erkrankungen herangezogen.

 

Der Birne sagt man nach, dass sie am Morgen nach dem Tau reift und daher auch roh genossen schlechter verdaulich sei. AlsHeilmittel sollte daher die Birne stets gekocht werden.

 

Baumheilkundliche Anwendung
Der Birnbaum hat zunächst ganz allgemein kühlende Eigenschaften.

 

Seine an eine bauchige Flasche erinnernde Form, die sich nach oben hin sammelnd öffnet, erweckt auch beim Besucher das Gefühl von Zentrierung  und Sammlung. Feinfühligen, leicht verletzbaren und dadurch oft auch stark aufgelöst wirkende
Menschen, führt der Birnbaum etwas Dichte und Schutz zu. Organisch wirkt der Birnbaum kühlend auf leicht erregbare Menschen.  

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