Aussehen
Die Eberesche ist eher ein kleiner Baum, der etwa 20 m hoch wird. Er bildet eine lockere Krone. Die Blätter sind unpaarig gefiedert und in 5 – 8 Fiederblätter geteilt. Sie sind länglich, gezähnt und leicht behaart. Die Blattunterseite ist heller als die Blattoberseite. Die kleinen, weissen Blüten bilden eine feste Doldenrispe. Mit dem Reifen nehmen die Beeren eine orange bis tiefrote Farbe an. Ihr Geschmack ist trocken, herb und bitter.
Geschichtliches
In der Heilkunde ist die Eberesche erst gegen das Mittelalter anzutreffen. Hingegen hat sie eine lange und Tiefverwurzelte, mythologische Vergangenheit, ist sie doch dem germanischen Gewittergott Donar geweiht. Um sich vor Drachen zu schützen, hängte man Ebereschenzweige über die Haus- und Stalltüren.
Lonicerus kennt die Beeren als ein schmerzstillendes Mittel bei Nierenerkrankungen. Aber auch die Eigenschaften als Lebermittel sind ihm bereits bekannt. Hippokrates kennt dagegen die Hauseberesche (Sorbus domestica) als stopfendes Mittel.
Hildegard v. Bingen umschreibt die Eberesche als Baum, der die Heuchelei zum Ausdruck bringt. für sie ist die Eberesche von keiner Bedeutung, im Gegenteil, sie schadet dem Menschen eher, als dass sie ihm nützt.
Noch heute hat die Eberesche eine breite Anwendung innerhalb der Volksheilkunde, obwohl sie fälschlicherweise immer wieder als giftig bezeichnet wird. Die Beeren sind den Vögeln als beliebte Nahrung sehr willkommen. Leider werden die Früchte aber auch als Lockmittel im Vogelfang entsprechend verwendet.
Naturwissenschaftliche Heilpflanzenbeschreibung
Verwendete Teile: |
Früchte, Blätter und Samen |
Sammelzeit: |
Früchte: August – Oktober |
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Blätter: April – Mai |
Wirkstoffgruppe: |
Früchte: Drogen mit Bitterstoffen |
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Blätter: Drogen mit Gerbstoffen |
Hauptwirkstoff: |
Früchte: Bitterstoff (Parasorbinsäure) |
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Blätter: Gerbstoff |
Nebenwirkstoff: |
Früchte: Pectin, Provit, A, Vitamin C, Sorbinsäure, Zucker, |
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org, Säuren, Farbstoff (Antocyane, Karotin, äth.Öle |
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Blätter: Trymethylamin |
Samen: |
Amygdalin |
Wirkungen
Hauptwirkung: |
Früchte: Wasser treibend, stopfend, Hustenreiz lindernd verdauungsfördernd |
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Blätter: Entzündungswidrig |
Nebenwirkung: |
Früchte: antirheumatisch, blutreinigend, allgem. stärkend |
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Blätter blähungswidrig |
Anwendungen:
innerlich: |
Früchte: bei Nierenunterfunktionen, Husten Heiserkeit, Kehlkopf- u. |
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Stimmbänderentzündungen, Gicht, Rheuma, Durchfall |
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Blätter: bei Blähungen, bei allg. Magenverstimmungen |
äusserlich: |
praktisch keine Anwendungen |
Zubereitungen
innerlich: |
Früchte: als Tee, die getrockneten Beeren-Aufguss als |
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Frischpresssaft, als Mus, die getrockneten Beeren kauen |
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Blätter: als Tee 1 Teelöffel pro Tasse als Aufguss |
äusserlich: |
keine speziellen Zubereitungen |
Besonderes: Das Sorbit dient als Zuckerersatz für Diabetiker
Volkskundliche Anwendung
Nebst den bereits erwähnten Teilen der Eberesche werden noch die Blüten als Hustenmittel bei Bronchitis, aber auch bei Lungenentzündungen empfohlen. Die frischen, vor allem aber die getrockneten Beeren, zeigen eine sehr gute Wirkung bei Heiserkeit. Entweder werden 5-8 getrocknete Beeren über den Tag verteilt gegessen oder aber, es wird eine Abkochung zubereitet, die dann als Gurgelmittel dient. Sänger und Redner nützen die Vogelbeere insofern, dass sie die Stimmbänder geschmeidig halten. Die Beeren schützen vor Reizungen.
Ebenfalls eine alte Anwendung ist die Teezubereitung bei Tuberkuloseerkrankungen. Die frischen Beeren können z.B. auf Wanderungen als allgemein stärkendes Mittel gekaut werden (3-5 verteilt über 5 Stunden). Sie regen die Herztätigkeit an, wirken durstlöschend und vermindern die Schweissabsonderung.
Im weiteren finden die Vogelbeeren noch oft bei Menstruationsstörungen Verwendung. Diese Anwendung ist wirklich zu empfehlen. Hauptsächlich als Teebestandteil.
Baumheilkundliche Anwendung
Menschen, die stark in der Vergangenheit leben und Mühe haben, die Gegenwart zu finden, hilft die Eberesche.
Es sind zugleich auch Menschen, die in sich verhaftet sind, in sich gekehrt und mit sich unzufrieden.
Sie lösen eine Art "Selbstvergiftung" in allen Ebenen aus.
Organisch spräche man von "Blutreinigung" = Seelenreinigung und Geistesreinigung,
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