Aussehen
Die Eiche ist ein 30 – 40 m hoher Baum, der unter guten Bedingungen bis zu 1000 Jahre alt wird. Sein Stamm ist mit viereckigen Borkenschuppen umkleidet. Die Blätter sind verkehrt-eiförmig und gebuchtet. Die männlichen Blüten bilden Kätzchen, die gelblichen weiblichen Blüten sind hängend. Die Früchte sind ovaleiförmig.
Die Blüten der Stieleiche sind gestielt, im unterschied zur Traubeneiche, deren Blüten praktisch ohne Stiel wachsen.
Geschichtliches
Die Eiche hat eine lange geschichtliche und mythologische Vergangenheit.
Kelten. Goten, Germanen und die Römer verehrten die Eiche als einen der Göttern geweihten Baum. ein Baum des Mannes, der Stärke und der Ausdauer. So wurden auch bei den Eichen Gerichtssitzungen abgehalten und vor allem die Gerichtsurteile vollstreckt.
Aus dem Rascheln der Blätter zog man Orakel. Als Heilmittel kennt die Eiche eine vielseitige Anwendung. Schon Plinius erwähnt die Früchte, mit denen Brotmehl herzustellen sei.
Eigenartigerweise umschreibt die hlg. Hildegard die Eiche mit "Liederlichkeit" ohne "Weichheit". Was sicherlich zutrifft, ist das Kalte und Harte wie auch Bittere der Eiche. Die Hildegard sagt im Gegensatz zu Plinius, dass die Früchte für den Menschen ungeniessbar seien und die Tiere würden davon "fett wie Schweine".
Trotzdem: In den Kriegsjahren dienten diese Früchte als Kaffeesatz. Lange Zeit galten sie dann als ein minderwertiges Ersatzmittel und wurden nur von Leuten, die kein Geld hatten, verwendet. Wie sich die Zeiten ändern, so auch die Haltungen. Heute werden Eicheln wieder in Mischungen für Kaffeeersatz verwendet.
In der offiziellen Heilpflanzenanwendung wird nur die Rinde als Heilmittel herangezogen.
Naturwissenschaftliche Heilpflanzenbeschreibung
Verwendete Teile: |
Rinde: Cortey querques |
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Blätter: Folium quercus |
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Früchte: Glandes quercus |
Sammelzeit: |
Rinde: März – Mai |
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Blätter: Mai – Juni |
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Früchte: September – November |
Wirkstoffgruppe: |
Gerbstoffhaltige Drogen |
Hauptwirkstoff: |
in allen Teilen: Gerbstoffe (Catechingerbstoffe, Gallensäure) |
Nebenwirkstoff: |
in allen Teilen Bitterstoff (Quercin) |
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Rinde: Quercin, Zucker, Pektin, Stärke |
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Früchte: Quercit, fettes Öl, Zucker, Stärke, Eiweiß, Säuren |
Wirkungen
Hauptwirkungen: |
Zusammenziehend, entzündungshemmend, blutstillend, stopfend, keimtötend |
Nebenwirkungen: |
allgemein stärkend, narbenbildend, gewebsfestigend, schweisshemmend |
Anwendungen
innerlich: |
bei Durchfall, Magen-Darm-Katarrh, starker Menstruation, Leberleiden, Blasenleiden, Blutungen |
äusserlich: |
bei Fussschweiss, Zahnfleisch- u. Mundschleimhautentzündungen, Hautunreinheiten, Wunden, |
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Verbrennungen, Hautausschlägen (nässenden Ekzemen) |
Zubereitungen
innerlich: |
als Tee: 1 Teel. Blätter auf 1 Tasse Wasser als Aufguss |
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als Kaffeeersatz: Früchte, geröstet und gemahlen |
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als Brotmehlverschnitt: Früchte, getrocknet und gemahlen. |
äusserlich: |
als Bad Rindenabkochung, 100 gr. Rinde auf |
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(Sitzbad, Fussbad): 1 Liter Wasser |
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als Umschlag, Spülung |
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Waschung, Pinselung: Rindenabkochung oder Tinktur |
Besonderes: |
Die Rinde darf nicht für innerliche Zwecke zubereitet werden.
Sie kann die Magenschleimhaut zu stark reizen |
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und entsprechende Entzündungen auslösen. |
Volksheilkundliche Anwendung
Eichenrinde und vor allem Eichenblätter sind in der Volksheilkunde in den letzten Jahren etwas verdrängt worden.
Das Anwendungsgebiet war sehr breit. So wurden Rinde und Früchte auch bei Milz- und Leberschwellungen infolge Alkoholmissbrauchs eingesetzt. Auch bei den anderen Anwendungen zeigt sich doch, dass gerade die Früchte immer wieder sehr gute Erfolge hinterlassen.
Die Rinde und die Früchte kamen auch bei Kindern in Anwendung, und zwar bei Rachitis und Skrofulose. Noch heute verordnet man bei Weissflusskrankheiten mit sehr guten Erfolgen ein Sitzbad aus den Rinden. Wechselfieberartige Zustände sind ebenfalls Bereiche, in denen Eichenrinde und Früchte, aber auch die Blätter zu empfehlen sind. Weitere Krankheiten, die in den Behandlungsbereich der Eiche fallen, sind: Gebärmuttersenkung! Hämorrhoiden.
Baumheilkundliche Anwendung
Ähnlich wie in der Bachblütentherapie wird die Eiche in der Baum-Heilkunde angegangen. Zum "Auftanken" und um sich allgemein zu stärken, ist die Eiche der Baum, der sich uns anbietet. Die Eiche zeigt hier sehr schöne Eigenschaften nach langen, Kräfteraubenden Erkrankungen. Sie fördert den Wiederaufbau, die Regeneration.
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