Der Faulbaum ist in ganz Europa weit verbreitet. Mit Ausnahme der kalten Zonen des Nordens wächst
er bis nach Sibirien. Man trifft ihn an Hecken, in feuchten Wäldern, an Bachufern und in Mooren an.
Blütezeit:
Mai – Juni
Aussehen
Manchmal erscheint er als kleiner Strauch und dann ist er wieder als Baum zu sehen der bis zu 5 Meter hoch werden kann. Der Faulbaum ist dornenlos und an seinen weiss getupften Ästen recht gut erkennbar. Auffallend sind auch die Blätter, die oberhalb der Blattmitte breiter werden. Sie sind ganzrandig und stumpf mit einer leicht angedeuteten Spitze. Die grünlich-weissen Blüten sind zwittrig. Gegen den Spätsommer beginnen die Beeren zu reifen. Zunächst sind sie grün und nehmen dann allmählich eine rotschwarze Farbe an. Ihr Geschmack ist bitter. Sie riechen auch sehr unangenehm wenn sie zerdrückt werden.
Geschichtliches Die ersten schriftlichen Angaben zum Faulbaum als Heilmittel finden sich 1305. Er wurde bereits damals als Abführ- und Brechmittel beschrieben. Die hlg. Hildegard lehnte den Faulbaum ab und meint, dass er als Heilmittel zu nichts nutze sei. Im 17. und 18. Jahrhundert fanden die ableitenden Therapieformen eine Hochblüte. Aderlass, Brechreiz auslösen und Abführen gehörten, wie in der mittelalterlichen Medizin, zu den wichtigsten Therapieanwendungen. Kein Wunder, dass der Faulbaum in dieser Zeit auch sehr angesehen und geschätzt war. Heute gehört die Faulbaumrinde, wie früher, zu den wichtigen Abführmittel.
als Tee: 1 Teel. pro Tasse, aufkochen oder über Nacht kalt ziehen lassen.1-2 Tassen pro Tag
Volksheilkundliche Anwendung
Die Faulbaumrinde gehört in der Volksheilkunde auch in Teemischungen, die als Blutreinigungskuren eingesetzt werden. Als Mittel bei Fettleibigkeit ist die Faulbaumrinde ebenfalls bekannt. Bei Hautkrankheiten wie Flechten, Ekzemen und krätzenartigen Ausschlägen, kennt die Volksheilkunde noch die äussere Anwendung des Teeauszuges. Damit werden Waschungen, Umschläge und Kompressen gemacht. Dabei entdecken wir eine verbesserte Narbenbildung.
Baumheilkundliche Anwendung
Das Untere schafft er nach oben und das Innere nach aussen. Das ist das Grundprinzip des Faulbaums. Wer immer nur alles schluckt, was auf ihn zukommt, Ärger, Trauer, Wut und sich nicht mitteilt, der leidet hin und wieder unter Verstopfung, oft sogar unter chronischen Verdauungsstörungen, denn nicht nur der Dickdarm ist davon betroffen, sondern auch die Gallenfunktionen. Er muss dann nur noch die Fähigkeit haben, von all diesen Emotionen nicht loslassen zu könne, dann dürften früher oder später Störungen im genannten Bereich sicher sein. Der Faulbaum hat gerade hier die Eigenschaft, gestaute Gefühle zu lösen und nach aussen zu schaffen. Durch die regelmässige Begegnung nimmt der Mensch das weiche, nach aussen hin orientierte Bild des Faulbaums in sich auf und allmählich werden die Darmbewegungen wieder runder und ausgeglichener. Zugleich entwickelt sich beim Betroffenen ein Öffnungsprozess. Er beginnt sich
mitzuteilen.