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Haselstrauch

Haselnussblatt

Botanischer Name:

Coryllus avellana

 

 

Familie:

Betulaceae  (Birkengewächse)

 

 

Andere Namen:

Hagennuss, Hasel, Lämmerschwanz, Märzennudel

 

 

Vorkommen:

Der Haselstrauch ist in ganz Europa weit verbreitet. Oft wird er auch als Heckenpflanze angebaut.

 

 

Ursprüngliche Herkunft: 

Schon vor rund 8000 Jahren war der Haselstrauch bei uns heimisch.

 

 

Blütezeit:

Januar – April

 

Aussehen


Als Strauch wird der Hasel bis 12 m hoch. Er bildet eine breite, sehr buschige Krone aus. Die doppelt gesägten Blätter

sind verkehrseiförmig und am Grunde zugespitzt. Sie sind behaart. Die hängenden männlichen Kätzchen blühen in blasgelbem
Farbton. Die weiblichen Blüten sind kleine Knospen von einer schönen, roten Farbe.

 

Geschichtliches

 

Bereits in der Jungsteinzeit fand die Haselnuss als Lebensmittel grosse Beachtung. Volkssagen und Bräuche,

Volksglaube und Märchen kennen den Haselstrauch sehr gut. So wird dem Haselstrauch, ähnlich dem Holunderstrauch, eine schützende Kraft gegenüber Blitzschlag zugesprochen. Wurde man auf dem Feld von einem Gewitter überrascht, steckte man sich schnellstens einen Haselzweig in den Hut, um sich so vor dem Blitzschlag und auch vor Krankheiten zu schützen.

 

In der Mythologie der Kelten stellte der Haselstrauch in ihrem Baumalphabet den Buchstaben "Coll" dar.

Die Hasel galt in den keltischen Pflanzenbildern auch als Gefäss des Wissens. Heute kennen wir die Wichtigkeit der essenziellen Fettsäuren in Bezug auf unser Gedächtnis Für die Germanen, wie für die Kelten, stellte der Haselstrauch auch ein Symbol der Fruchtbarkeit und der erotischen Kraft dar.

Die Germanen weihten die Hasel dem Donnergott "Thor". In der römischen Mythologie ist der Haselstrauch
ein Symbol des Friedens. Oft wird der Haselstrauch mit dem Merkurstab, um den sich zwei Schlangen winden, in Verbindung gebracht.

Daraus leitet sich dann die vermittelnde und ausgleichende Eigenschaft ab, die ihm zugesprochen wird. Als Heilmittel
war der Haselstrauch bei Dioskurides schädlich für den Magen, jedoch galt er als Hustenreiz milderndes Mittel. Für die  hlg.
Hildegard von Bingen galt der Haselstrauch als Zeichen der Ausgelassenheit. Wie viele Autoren vor und nach ihr,

bezeichnet sie ihn als potenzstärkendes Mittel und empfiehlt seine Anwendung bei Unfruchtbarkeit und Impotenz des Mannes. Zur Anwendung gibt sie ein Rezept an, das aus Haselnüssen, Mauerpfeffer,

dem üblichen Pfeffer und der Ackerwinde besteht. Der Ausdruck "In
die Haseln gehen" bedeutet in vielen Gegenden, seine Liebe zu treffen und zwar heimlich.

Auch als Haarwuchsmittel und als schmerzstillendes Mittel bei Nierenkoliken wird die Hasel angegeben. Heute ist von all dem nicht mehr viel übrig. Die Hasel findet selbst in der Volksheilkunde nur noch ganz selten Verwendung.

Die Nüsse bilden dabei die Ausnahme, Sie dienen als Genuss-
und als Lebensmittel.

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Naturwissenschaftlicher Heilpflanzenbeschrieb 

 

Offiziell ist der Haselstrauch als Heilmittel schon lange nicht mehr anerkannt. Trotzdem enthält er einige Wirkstoffe,

die dazu beitragen können, auch den Haselstrauch wieder vermehrt zu gebrauchen.

 

Verwendete Teile:

Nüsse, Blätter, Kätzchen, Rinde junger Zweige

Sammelzeit:

Nüsse:  September – Oktober

 

Blätter: März – Mai

 

Kätzchen:         Februar – März

 

Rinde:  April

Wirkstoffgruppe: 

Droge mit noch wenig erforschten Wirkstoffen

Hauptwirkstoff: 

Nüsse:    fettes Öl, Fett, Protein (Phytosteroide)

 

Blätter: Gerbstoff

 

Kätzchen:         Flavonoide

 

Rinde:    April

Nebenwirkstoff: 

Nüsse:    Mineralsalze: Kalium, Kalzium, Phosphor,

 

Magnesium, Eisen, Vitamine A,B,C

 

Blätter: ätherisches Öl, Betulin

 

Rinde:  ätherisches Öl, Betulin

 

Wirkungen

 

Hauptwirkung: 

Blätter und Rinde:        zusammenziehend

Nebenwirkung:

Blätter und Rinde:        blutstillend, fiebersenkend

 

 

Anwendungen

 

 

 

innerlich: 

bei Krampfadern, Fieber

äusserlich: 

bei Wunden, Hauterkrankungen

 

Volksheilkundliche Anwendungen

 

Die Volksheilkunde kennt noch die eine oder andere Anwendung der Haselnuss. Darunter auch die Verwendung der Kätzchen als
fiebersenkendes – schweisstreibendes Mittel. Auch bei Fettleibigkeit und Blutkreislaufstörungen wird hin und wieder

Haselkätzchentee zubereitet. Haselnüsse sollen auch dem Bettnässen vorbeugen, während die Schalen entwässernd

und harntreibend wirken.

Hier gilt es, Erfahrungen neu zu sammeln. Die Bedeutung der Nüsse zur Behandlung der Unfruchtbarkeit des Mannes ist erhalten geblieben und wird
noch recht häufig empfohlen. Ältere Rezepturen empfehlen die Haselnuss auch bei rheumatischen Erkrankungen.

 

Baumheilkundliche Anwendungen

 

Der Hasel wirkt reinigend und klärend auf Geist, Seele und Körper. Seine leichte Kühle beruhigt und stärkt so den

Allgemeinzustand des Menschen. Der Haselstrauch trägt zugleich eine gesunde Leichtigkeit in sich und wirkt so auf den Menschen jugendlich und fröhlich.

Dieses Gefühl vermittelt der Haselstrauch auch demjenigen, der ihn aufsucht.

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