Der Holunder ist in ganz Europa anzutreffen, ausser im hohen Norden. Hecken, Gebüsche und
Wälder sind seine Standhorte.
Blütezeit:
Mai – Juni
Aussehen
Als Strauch kann der Holunder bis zu 10 m hoch werden. Er liebt feuchte und schattige Orte. Vielfach ist er auch als Unterholz anzutreffen. Die Blätter sind länglich-eiförmig und unpaarig gefiedert, mit 5 – 7 Teilblättchen. Der flache, trugdoldenartige Blütenstand duftet stark aromatisch. Alle Blüten der Trugdolde sind gleichartig und gelblich-weiss. Die Beeren sind dunkelviolett bis schwarz.
Geschichtliches
Bei Ausgrabungen in der Schweiz wurden Überreste von gekochten Holunderbeeren gefunden, die aus der Steinzeit stammen. Die Griechen und die Römer kannten die Heilkraft des Holunderstrauchs. So beschreibt unter anderem
Plinius d. Ältere die Anwendung von Beeren, Blättern und Wurzeln in Wein als ein Wasser treibendes Mittel.
Zum Schwarzen Holunder meint die hlg. Hildegard, dass er als Heilmittel nur wenig tauge. Die Blätter gibt
sie als Schwitzbad bei Gelbsucht an. In der Volksheilkunde, wie auch im Volksglauben, spielt der Holunder seit jeher eine grosse Rolle als Heil- und Schutzpflanze.
bei Grippe, Erkältungskrankheiten, Gesichtsrose, Angina
Kehlkopfentzündungen
äusserlich:
bei entzündeten Augen
Volksheilkundliche Anwendungen
Da lediglich die Anwendung der Holunderblüten als naturwissenschaftlich anerkannt ist, sind alle Anwendungsformen von Rinde, Beeren und
Wurzeln als Volksheilkundlich zu betrachten. Die Blätter, kalt angesetzt, werden bei Wassersucht empfohlen. Auch die Wurzel gilt als harntreibend und abführend. Sie wird hin und wieder entsprechend angewendet. Sehr geschätzt wird auch der Holundersaft. Er wird aus den frischen Beeren gewonnen. Hier zeigt sich seine kühlende und entzündungswidrige Wirkung immer wieder von der schönsten Seite, nämlich bei: Angina, Husten, Hals-Rachenentzündungen und bei anderen Erkältungskrankheiten der Luftwege.
Baumheilkundliche Anwendungen
Wer sich selber verliert und wem der Boden unter den Füssen fehlt, dem ist zu empfehlen, hin und wieder einen starken und gut gewachsenen Holunderstrauch aufzusuchen. Der Holunder vermittelt auf eine sanfte aber direkte Art die Erde. Zudem wirkt er auf jähzornige Gemüter besänftigend und kühlend. Menschen, die häufig an Erkältungskrankheiten leiden, kommt der Holunder in direkter Weise entgegen.