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Lindenbaum

 ( Sommerlinde )

Botanischer Name:

Tilia platyphyllos

 

 

Familie:

Tiliaceae  (Lindengewächse)

 

 

Arten:

Sommerlinde:        Tilia platyphyllos

 

Winterlinde:           Tilia cordata

Andere Namen:

Sommerlinde:        Bastholz

 

Für beide Arten:    Weichlinde

 

 

Vorkommen: 

 

Die Linden kommen als heimische Bäume in ganz Europa bis hin nach Kleinasien vor. Sie werden häufig in Parkanlagen, zu Alleen und in Heckenpflanzungen angepflanzt. Wildwachsend finden wir die Linden in Mischwäldern und an Waldrändern.

 

 

Blütezeit:

Juni – Juli

 

Aussehen

 

Die Lindenbäume werden 30 – 40 m hoch. Beide, Sommer- und die Winterlinde sind stattliche Bäume, häufig mit einer breit
gewölbten Krone. Die Blätter sind ein gutes und sicheres Unterscheidungsmerkmal. Bei beiden Arten haben die Blätter die Form der Baumkrone. Sie sind herzförmig, in eine Spitze auslaufend und zudem gleichmässig gezähnt. Blätter mit weicher, heller Behaarung, stammen von der Sommerlinde. Die Blätter der Winterlinde haben rötlich, braune Haare in den Achseln der Blattnerven und sind auch etwas kleiner und fester als die der Sommerlinde.

 

Geschichtliches

 

Wir wissen heute, dass schon die Pfahlbauer den Lindenbast gewannen, um damit Kleider, Betten und Matten herzustellen. Es ist kaum zu zählen, wie viele Lieder, Gedichte, Sagen und Legenden von der Linde erzählen. Der Wunsch, ewig zusammenzubleiben wurde Baucis und Philemon von den Göttern gewährt, mit denen die beiden vorher die Unterkunft, das Essen und die Kleidung teilten. Baucis wurde in eine Linde und Philemon in eine Eiche verwandelt. So erzählt es die griechische Sage. Während dem Bad im Blut des getöteten Drachens, das ihn unverletzbar machen sollte, fiel ein Lindenblatt zwischen die Schultern Siegfrieds. An dieser einzigen, verwundbaren Stelle, wurde Siegfried denn auch von Hagen tödlich verletzt. So lesen wir es in der Siegfried-Sage. Der Lindenbaum war für die Germanen der Gerichts-
und der Versammlungsort für die Thingersammlungen. Die Linde, die der Göttin Freya geweiht war, ermöglichte es, die Wahrheit zu finden. So glaubten es die Germanen. Noch lange Zeit war die Dorflinde der Ort des geselligen Zusammenseins, der Beratung und der Treffpunkt der Liebenden. Liebe und Linde gehören zusammen. In Japan gelten die Lindenzweige als Symbol des Frühlings. Hier in Europa ist er ein Symbol der Mutter und der Fruchtbarkeit. Als linderndes Heilmittel waren die Blüten lange Zeit nicht bekannt. Dafür aber brauchte man die Kohle aus dem Lindenholz, das Blatt, den Saft und die Rinde. Plinius d. Ältere kennt die Rinde der Linde als Mittel gegen Aussatz und die Blätter zur Behandlung von Geschwüren. Die hlg. Hildegard sagt, dass zum Schlafen im Sommer frische Lindenblätter auf die Augen und das ganze Gesicht gelegt werden soll. Dadurch wurden sich die Augen klären und reinigen.

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Naturwissenschaftliche Heilpflanzenbeschreibung

 

Verwendete Teile: 

Blüten  Flores tiliae

Sammelzeit:     

Juni –  Juli

Wirkstoffgruppe: 

Droge mit ätherischem Öl

Hauptwirkstoff:  

Blüte:   äth. Öl (Farnesol)

 

Blatt:    Bitterstoff (Tiliacin)

 

Rinde:  Bitterstoff (Tiliacin)

Nebenwirkstoff: 

Blüte:   Hesperidin, Schleim, Gerbstoff, Saponin

 

Blatt:    Xanthophyll

 

Rinde:  Vanillin

 

Wirkungen

 

Hauptwirkungen:

schweisstreibend, fiebersenkend

Nebenwirkungen: 

krampflösend, entzündungswidrig

 

Anwendungen

 

innerlich:

bei Fieber, Erkältungskrankheiten, Magen-Darm-Koliken

äusserlich:

bei leichten Hautentzündungen

Zubereitungen

 

innerlich: 

als Tee:    1 Teel. auf eine Tasse heisses Wasser, Aufguss. Täglich 3-6 Tassen je nach Bedarf

äusserlich:       

als Waschung, siehe Tee

 

Volksheilkundliche Anwendung

 

In der Volksheilkunde ist vieles verloren gegangen. Blatt und Rinde, werden nur noch ganz selten angewendet. Ebenso die
Lindenholzasche die früher sehr gut bekannt war. Die Blüten werden noch bei Katarrhen und Hautentzündungen angewendet. Sie gelten auch als sanft beruhigende und Schlaf fördernde Mittel. Der Lindenbast kommt hin und wieder noch bei Wunden und Geschwüren als Breiumschlag zur Anwendung. Die Blätter kennt man auch bei rheumatischen Krankheiten und ebenfalls bei Hautausschlägen. Dann ist noch die Lindenholzasche ein sehr wichtiges Mittel. Sie kann vielseitig gebraucht werden. So bei Leber- und Gallenblasenkrankheiten, Magenübersäuerung, Magengeschwüren und Menstruationsstörungen. Mit der Lindenholzasche gilt es wieder vermehrt Erfahrungen zu sammeln.

 

Baumheilkundliche Anwendung

 

Unruhige, gehetzte Menschen bietet die Linde einen angenehmen und erholsamen Platz an. Wer sich unkonzentriert und zerfahren, ja zerrissen fühlt, setze sich für einige Minuten unter eine Linde. Eine innere Stille und Ruhe, eine innere Sammlung beginnt sich langsam bemerkbar zu machen. Menschen, die sich innerlich vor lauter Herumrennen in einer dauernden Hitze befinden, bringt die Linde ausgleichende Kühlung. In der regelmässigen Begegnung stärkt die Linde das Herz und seine Funktionen.

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