Aussehen
Der immergrüne Strauch oder Baum kann eine Höhe bis zu 20 m erreichen. Er bildet eine breite, kugelförmige Krone. Die ganze Pflanze ist mit Drüsen besetzt und duftet stark aromatisch. Die Blätter sind lederartig fest. Sie bilden eine schmale, lanzettliche Form und wachsen wechselständig. Der Lorbeer ist zweihäusig. die elfenbeinfarbenen Blüten wachsen in Büscheln in den Blattwinkeln. Später bilden sich die schwarzen oder indigofarbenen Früchte.
Geschichtliches
Bei den Griechen war der Lorbeerbaum dem Gott Apollon geweiht. Apollon selber wollte es so. Die Nymphe Daphne wollte seinen Verführungen nicht unterliegen, jammerte so sehr und rief die Götter um Hilfe an. Alsbald, nachdem ihr Jammern verklungen war, verwandelte sie sich in einen Lorbeerbaum. Apollon liebte die Nymphe so sehr, dass er sie sich weihte. Obschon Apollon für diesmal der Verlierer war, wurde der Lorbeerbaum sehr bald zum Zeichen des Sieges. Griechen und Römer setzten sich Lorbeerkränze auf das Haupt, wenn sie einen Sieg nach Hause trugen. Das Lorbeeröl war Plinius d. Älteren als Heilmittel bereits sehr gut bekannt. Die hlg Hildegard weiss von den schmerzstillenden und rheumawidrigen Wirkungen des Lorbeeröls. Sie gibt es für die verschiedensten Schmerzen, darunter auch bei Gicht und Rheuma an. Heute sind die Lorbeerblätter als Gewürz sehr gut bekannt, doch ihre heilende und lindernde Wirkung ist fast vergessen.
Naturwissenschaftliche Heilpflanzenbeschreibung
Vorsicht! |
Nicht verwechseln mit dem giftigen Kirschlorbeer |
| Verwendete Teile: |
Blätter: Folia lauri |
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Früchte: Fructus lauri |
| Sammelzeit: |
Blätter: Mai – September |
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Früchte: Juli – August |
| Wirkstoffgruppe: |
Droge mit ätherischem Öl |
| Hauptwirkstoff: |
Blätter: äth. Öl (Cinerol, Pinen, Eugenol, Terpineol, Geraniol) |
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Früchte: äth. Öl (Cineol, Pinen) |
| Nebenwirkstoff: |
Blätter: Bitterstoff |
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Früchte: fettes Öl, Phytosterine |
Wirkungen
| Hauptwirkungen: |
Blätter: verdauungsfördernd, durchblutungsfördernd |
| Nebenwirkungen: |
Blätter: anregend, Wasser treibend, hautreizend |
Anwendungen
| innerlich: |
Blätter: bei Stoffwechselstörungen, Müdigkeit |
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| Verdauungsstörungen, Nieren- und Blasen-Entzündungen |
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| äusserlich: |
| Öl: |
bei Gicht und Rheuma, Hautentzündungen |
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Zubereitungen
| innerlich: |
als Tee: 1 Teel. auf eine Tasse Wasser als Aufguss 2 – 3 Tassen pro Tag. |
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als Gewürz |
| äusserlich: |
als Salbe |
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als Bad: 100-200 gr. Blätter oder Beeren auf 1 lt. Wasser – Aufkochen und Auszug dem
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| Einreibung: |
das gepresste Öl aus den Beeren |
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Volksheilkundliche Anwendung
Das Lorbeeröl stand früher als Gicht- und Rheumamittel in hohem Ansehen. Heute ist es fast vergessen. Die Anwendung der Blätter als Gewürz ist bekannt, aber die Möglichkeit der Teezubereitung ist ebenfalls praktisch nicht mehr bekannt. Als Antiparasiticum, also gegen Läuse, Flöhe und Krätzen ist das Lorbeeröl noch manchmal in Anwendung. Hier gilt es, vieles wieder zu versuchen und Erfahrungen zu sammeln.
Baumheilkundliche Anwendungen
Leicht verletzbaren und rasch ermüdenden Menschen bietet der Lorbeer seine Hilfe an. Die Begegnung mit dem Lorbeer bringt allmählich Durchhaltevermögen zurück und wirkt anregend auf die gesamten körperlichen Funktionen. Zugleich zeigt er dem Betrachter die Möglichkeit, sich vor seiner Verletzbarkeit zu schützen. Lorbeermenschen sind zäh und ausdauernd. Sie setzensich ihre Grenzen selbst. Solange sie sich innerhalb dieser Grenzen bewegen, kann sie nichts antasten oder ermüden.
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