Als typischer Begleiter von Flussufern ist die Pappel in ganz Europa verbreitet. Sie wird häufig
auch an Strassenrändern und in Parkanlagen gepflanzt.
Blütezeit:
Alle Pappelarten März - April
Aussehen
Das auffallendste Merkmal der Schwarzpappel ist der bis weit hinunter beastete Stamm. Die lange, schlanke Form der
Pyramidenpappel (Populus pyramidalis oder Populus nigra var.italica) ist das markante Merkmal zur Unterscheidung dieser beiden Pappelarten. Die Schwarzpappel erreicht eine Höhe von 30 m und trägt eher eine breite, gewölbte Krone. Die spitzen, ovalförmigen Blätter sind auf der Blattoberseite dunkler gefärbt als an der Blattunterseite. Die männlichen, etwa 5 cm langen Kätzchen sind im Jungstadium erst grau und röten sich dann später. Die weiblichen Kätzchen sind während der Blüte bis 7 cm lang und wachsen während der Fruchtzeit in die Länge. Sie können bis zu 15 cm lang werden. Zur Reifezeit bilden sie eine Kapselfrucht mit kleinen Samen.
Geschichtliches
Die Schwarzpappel ist erst seit dem Mittelalter bei uns heimisch. Sie stammt ursprünglich aus dem Süden. Auch die Pyramidenpappel, die wohl bekannteste unter den Pappelarten, stammt aus dem Süden, wahrscheinlich sogar aus dem Orient. Die Espe oder Zitterpappel ist schon viel länger ein bei uns heimischer Baum. Plinius d. Ältere lässt uns wissen, dass die Pappel dem Herkules geweiht ist. Als Heilmittel war die Espe schon lange bekannt, bevor eine andere Pappelart in unsere Gegenden kam. Hyronimus Bock kannte sie, wie auch Galen und auch die hlg. Hildegard. Die hlg. Hildegard gibt uns das Rezept der Pappelsalbe an und sagt, wenn der Saft des gepressten Espenholzes und der Rinde anderer Salben beigefügt werden, so würden diese Salben umso mehr wirken. Sie könnten bei allen, mit Schmerzen verbundenen Leiden, Hilfe und Linderung bringen. Matthiolus weiss, dass die Salbe aus den Knospen zubereitet, bei Entzündungen und Verbrennungen grosse Dienste erweisen. In der Hauptsache wurde die Zitterpappel bei allen Erkrankungen des
Urogenitalsystems (Niere, Blase, Harnröhre und Gebärmutter) eingesetzt. Die nordamerikanischen Indianer brauchten das Innere der Rinde als Lebensmittel. Heute ist die Pappel auch eine der Pflanzen, die mehr vernachlässigt als angewendet wird. Nur die wenigsten kennen ihre Möglichkeiten noch.
harnsäuresalzlösend, entzündungswidrig, Wasser treibend
Nebenwirkungen:
schmerzstillend, schleimlösend
Anwendungen
innerlich:
bei Polyarthritis, Gicht, Rheuma, Prostatakrankheiten, Fieber
Erkältungskrankheiten und Grippe
äusserlich:
bei Wunden, Furunkeln und Abszessen, Verbrennungen,
Hämorrhoiden, juckenden Hautausschlägen
Volksheilkundliche Anwendung
Die Pappel wurde noch bei vielen anderen Erkrankungen eingesetzt. Bronchitis, Verdauungsstörungen, Blähungen, allgem. Schwäche, Gebärmuttererkrankungen, Weissfluss, Würmer und Nierensteine waren einmal Behandlungsbereiche der Pappel. Von all dem ist im Laufe der Zeit sehr viel verloren gegangen, obschon die Wirkungen und Eigenschaften gegeben sind. Ich meine, es ist wichtig, auch die Pappel wieder vermehrt als Heilmittel miteinzubeziehen. Sie wirkt sehr gut und sicher. Zudem hat sie praktisch keine Nierenschädigungen zur Folge, wenn sie innerlich angewendet wird. Hier ist sie sanfter in der Wirkung als z.B. Bärentraubenblätter oder die Wachholderbeeren.
Baumheilkundliche Anwendung
In sich gekehrte Menschen, bei denen eine Art von Stillstand spürbar wird, hilft die Pappel. Sie öffnet und weckt den Wachstumsprozess wieder. Das geschieht zunächst einmal auf der geistigen und der seelischen Ebene. Erst später drückt sich diese Eigenschaft auch im körperlichen Bereich aus. Häufig leiden diese Menschen an Krankheiten, die sich durch verlangsamte Funktionen entwickeln. Stoffwechselschlacken werden nicht mehr rasch genug ausgeschieden. Es bilden sich Einlagerungen, die dann die verschiedensten rheumatischen Krankheitsbilder verursachen. Zu diesen Prozessen sind auch die Krampfadern zu zählen. Entspricht die Pappel, besonders die Schwarzpappel, dem entsprechenden Menschen, so hilft sie ihm in der regelmässigen Begegnung, sich zu regenerieren.