Tauschen


Foto Panthermedia

 

 

Rosskastanien

Botanischer Name:

Aesculus hipocastanum

 

 

Familie:

Hippocastanaceae   (Rosskastaniengewächse)

 

 

Andere Namen:

Bitterkastanie, Chestene, Rosschestene, Sauchestene

 

 

Herkunft des Namens:

Die Frucht wird nur von den Tieren gefressen. Daher kommen auch die verschiedenen Namensbezeichnungen.

 

 

Vorkommen: 

Süd- und Mitteleuropa

 

Die Rosskastanie ist vorwiegend als Alleen- und Gartenbaum anzutreffen. Heute hat sie
sich stark vermehrt und tritt oft auch verwildert auf.

 

Aussehen

 

Der Baum wird bis 30m hoch. Er trägt eine dicht belaubte Krone. Die Blätter sind gefingert und gegenständig an langen Stielen. Die Blüten sind weiss, rosa bis gelb gefärbt, je nach Art. Sie wachsen an langen Rispen. Die hellgrüne Fruchthülle ist mit weichen Stacheln besetzt. Die Frucht ist glänzend braun.

 

Geschichtliches

 

Die Rosskastanie wurde erstmals 1576 in Wien aus Samen gezogen. Ursprünglich stammt sie aus den östlichen Balkanländern. Vom 17. Jahrhundert an verbreitete sie sich langsam über ganz Mitteleuropa. Bald wurde der Baum zu einem beliebten Schattenspender. Als Heilmittel wurde die Rosskastanie bei uns entsprechend spät angewendet. Sie war aber schon damals als Haut- und Blutgefässheilmittel bekannt. Die entbitterte Frucht fand sogar als Stärkemehl Anwendung.

Seitenanfang

 

Naturwissenschaftliche Heilpflanzenbeschreibung

 

Verwendete Teile:

Samen: Fructus hippocastaniae

 

Rinde:  Cortex hippocastaniae

Sammelzeit:

Samen: September – Oktober

 

Rinde:  März – April, Oktober – November

Wirkstoffgruppe: 

Glycosiddroge: Saponinglycoside

Hauptwirkstoffe: 

Aesculinsaponin, Aesulin (Cumaringlycosid),Aescin

Nebenwirkstoffe:  

Fraxin, Gerbstoffe,Zucker, fettes Öl, Flavonoide

 

Eiweiss, Phytosterin

 

Wirkungen

 

Hauptwirkungen: 

zusammenziehend, gefässdichtend, venendruckerhöhend

Nebenwirkungen: 

blutstillend, vor Sonnenbestrahlung schützend

 

Anwendungen

 

innerlich:  

bei Krampfadern, Fettleibigkeit, Durchfall

äusserlich:  

bei Krampfadern, Hämorrhoiden, Warzen, Sonnenbestrahlung

 

Zubereitungen

 

innerlich:  

als Tee 1 Teel. Rinde auf 1 Tasse Wasser – Abkochung

 

10 Min. ziehen lassen und dann absieben.

 

2x tägl. 1 Tasse vor dem Essen

 

als Tinktur:

äusserlich:

als Bad:    250 gr.  Rinde auf 1 lt. Wasser und als

 

Abkochung zubereiten. Die Abkochung dem  Bad zugiessen.

 

Volksheilkundliche Anwendung

 

Die Rosskastanie erfreut sich in der Volksheilkunde nach wie vor grosser Beliebtheit. Äusserlich werden Warzen, Geschwüre, Frostbeulen, Flechten und Rheuma behandelt. Gebärmutterblutungen, Bronchitis und Darmkatarrh werden mit Tee oder Tinkturen innerlich behandelt. Interessant ist vor allem die Behandlung von Gicht und Rheuma. Dabei trägt man die Früchte auf sich. Man nimmt sie ganz einfach in einen Sack oder in eine Tasche. Diese Anwendung kommt auch als vorbeugendes Mittel in Betracht. Ebenfalls vorbeugend werden Rosskastanien in die Tasche genommen, um sich beim Reiten, Velofahren und beim Wandern vor dem "Wolf" (durch Scheuern entzündete Hautpartien) zu schützen. Erstaunlicherweise führen beide Formen der Anwendung immer wieder zum gewünschten Erfolg. Die Blüten sind, äusserlich angewendet, ein recht gutes Sonnenschutzmittel.

 

Baumheilkundliche Anwendung

 

Das wiederholte Aufsuchen von Rosskastanienbäumen führt zur Auseinandersetzung mit sich selbst. Kastanienbäume vermitteln eine stille und angenehme Ruhe. Der Rosskastanienbaum fühlt sich allein nicht so wohl. Er liebt Geselligkeit mit anderen Artgenossen. Die Bäume haben zugleich heilende Eigenschaften bei Krampfadern und befreien von Beckenschmerzen. Die Rosskastanie hat auch im gewissen Sinne eine nervenstärkende Ausstrahlung.

Seitenanfang