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Schwarzdorn

Botanischer Name:

Prunus spinosa

 

 

Familie:

Rosaceae  (Rosengewächse)

 

 

Andere Namen:

Dornschleha, Effken, Haferpflaume, Hagedorn, Hageldorn, Heckendorn,

 

Kietschkepflaume, Schlehdorn, Schlechtberi, Schlehe, Schlinge

 

 

Vorkommen: 

Der Strauch trifft man in ganz Europa bis hinauf auf 1600 m Höhe an. Daneben ist er auch im Kaukasus,

 

Persien und in Nordamerika heimisch. Hecken und Waldränder sind seine häufigsten Standorte.

 

 

Blütezeit:

April

 

 

 

Aussehen

 

Der sparrig-verästelte Strauch kann 6 m hoch wachsen. Seine Rinde ist schwarzbraun und die Äste sind mit 2-6 cm langen
Dornen bewehrt. Im Frühjahr ist der Schwarzdorn sehr gut zu erkennen. Seine weissen Blüten an dem noch blattlosen
Strauch fallen sofort auf. Die Blätter sind oval-elliptisch und gesägt. Sie sehen dem Blatt des Pflaumenbaums sehr ähnlich,
sind aber um einiges kleiner. Die kirschengrosse Frucht des Schwarzdorns schmeckt sehr sauer und herb. Sie hat eine blaue
Farbe. Richtig reif sind die Früchte erst nach ein paar eisigen Frösten.

 

Geschichtliches

 

Als eine der beiden Stammpflanzen für den Pflaumenbaum hat der Schwarzdorn eine recht lange Vergangenheit. In Bra (I)
blüht ein bestimmter Schwarzdorn seit 1336 jedes Jahr zur Weihnachtszeit. Er wächst beim Heiligtum der Madonna von Bra.
Dass dieser Schwarzdorn auch verehrt und in einen Zusammenhang mit der Maria gestellt wird, ist ganz natürlich. Als
Heilmittel war er allen alten Heilkundigen bekannt. Dioskurides, Plinius und Paracelsus wiesen schon auf seine abführenden
und zusammenziehenden Eigenschaften hin. Die hlg. Hildegard verglich den Schwarzdorn mit der Überheblichkeit. Sie sagt,
dass er bei Gichtkrankheiten besser als alles Gold sei. In jüngerer Zeit findet der Schwarzdorn auch vermehrt Beachtung
bei Haut- und Schleimhauterkrankungen.

 

Naturwissenschaftliche Heilpflanzenschreibung

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Verwendete Teile:

Blüten:             Flores pruni spinosae

 

Früchte:           Fructus pruni spinosae

Sammelzeit:

Blüten:             April – Mai

 

Früchte:           Oktober – November

Wirkstoffgruppe:

Droge mit Glycosiden (Flavone)

Hauptwirkstoff: 

Blüten              Flavonglycoside (Kämpferin)

 

Früchte:           Organische Säuren

Nebenwirkstoff: 

Blüten:             Cumarinverbindungen, Blausäureglycoside

 

                        Früchte.Gerbstoff, Zucker, Pektin, Flavonoide Harz, Vitamin C

 

Wirkungen

 

Hauptwirkungen: 

Blüten:             mild abführend

 

Früchte:           stoffwechselanregend

Nebenwirkungen: 

Blüten:             Wasser treibend, blutreinigend, zusammenziehend

 

Früchte:           zusammenziehend, blutreinigend allgemein stärkend

 

Anwendungen

 

innerlich: 

Blüten und          bei Verstopfung, Hautkrankheiten

 

Früchten:            (Flechten, Ekzemen, Allergien) Katarrh, Schleimhauterkrankungen, Ödemen,

 

                         Erkältungskrankheiten, Magenkrämpfen allgemeiner Schwäche

äusserlich:

Blüten:               bei Hautunreinheiten

 

Volksheilkundliche Anwendungen

 

Innerhalb der Volksheilkunde finden wir noch viele andere Anwendungen. Zudem kennt sie auch den Gebrauch der Blätter
und der Rinde. Der Schlehdorn ist aus der Sicht der Volksheilkunde eines der wichtigsten Mittel bei Verstopfung und
Hauterkrankungen. Im weiteren werden die Schlehdornblüten auch bei Neurosen und Herzschwächen, ähnlich der
Weissdornblüten sehr geschätzt. Die Behandlung von Nierensteinen, Blasenkrankheiten und Prostataerkrankungen sind in
der Volksheilkunde ebenfalls bekannte Anwendungsbereiche der Schlehdorn Blüten. Der Fruchtsaft wird zum Spülen bei
Entzündungen des Mund und des Rachens, ebenso bei Zahnfleischerkrankungen und Zahnfleischbluten verwendet. Neuerdings
werden sehr gute Erfahrungen bei der Behandlung von Heuschnupfen gemacht. Dabei werden vom Herbst an bis ins Frühjahr
täglich 2 Gläser Saft, verdünnt mit Wasser getrunken. Ich empfehle, im Frühjahr mit dem Saft aufzuhören und an dessen Stelle
bis zum nächsten Herbst täglich 2 Tassen Schachtelhalmtee zu trinken. Vom Herbst an beginnt dann wieder die Kur mit dem
Schlehdornsaft. Mit dieser Kombination mache ich allgemein nicht nur bei Heuschnupfen sehr gute Erfahrungen, sondern auch
bei verschiedenen anderen Krankheiten der Haut und der Schleimhaut.

 

Baumheilkundliche Anwendung

 

Wer sich nur schlecht oder überhaupt nicht schützen kann, wer sich lieber hinter einer Wand oder eben hinter einem andern
Menschen versteckt, weil er so verletzbar und sensibel ist, betrachte einmal den Schwarzdorn etwas näher. Diese Art der
Verletzbarkeit, der Sensibilität führt nicht dazu, dass der Mensch als Einzelgänger in sich gekehrt ist, er sucht viel mehr den
Kontakt zum Mitmenschen Dazu braucht er aber unbedingt jemanden, den er erst einmal vor sich hinstellen kann. Allein
würde er den Kontakt nicht finden. Die Unfähigkeit, sich zu schützen, drückt sich nur allzu oft bei vielen Menschen durch
Haut- und Schleimhautallergien aus. Sie haben Heuschnupfen, müssen immer niesen und zeigen damit an: "Komm mir bitte
nicht zu nah!". Damit diese Menschen dennoch spürbar sind, entwickeln sie Allergien, die die Aufmerksamkeit der
Mitmenschen auf sich ziehen. Dem Schwarzdorn entgegen zu gehen, ist dann wichtig, wenn es sich bei den Allergien um
auflösende, zerfliessende Prozesse handelt

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