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Ulme

( Feldulme )

Botanischer Name: 

Ulmus carpinifolia (campestris)

 

 

Familie:

Ulmaceae  (Ulmengewächse)

 

 

Andere Namen: 

Elfenholz, Elm, Olma, Riesche, Rüster, Rüsterstaude, Ruscht

 

 

Vorkommen: 

In Europa (ausser Nordeuropa) und in Asien ist die Ulme ein weit verbreiteter Baum. Sie ist sehr

 

formenreich und tritt   in den verschiedensten Variationen auf. In Wäldern, Gebüschen und in

 

Parkanlangen ist die Ulme ein gern gesehener Gast.

 

 

Blütezeit: 

März

 

Aussehen

 

Die Feld-Ulme ist ein eindrücklicher Baum, der bis 30 m hoch werden kann. Sie trägt eine hochgewölbte Krone. Auffallend
ist die Stammrinde, die tiefe und lange Furchen hat. Die Blätter sind verkehrt-eiförmig und an der Unterseite weich behaart.
Ein gutes Erkennungszeichen sind auch die Früchte. Das Nüsschen wächst oberhalb der ovalen Flügelmitte.

 

Geschichtliches

 

Als Symbol der Trauer wurde die Ulme bei den Griechen in Totenhainen angepflanzt. Als Herkules den Nymphen die Äpfel
stahl, verwandelten sie sich in Bäume: In eine Weide Aglaia, in eine Ulme Atrhusa und in eine Pappel die Nymphe Hesperia.
Die Götter der Germanen hauchten den beiden gestrandeten Bäumen Leben ein. Sie wurden Menschen. Aus der Esche wuchs die Frau und aus der Ulme der Mann. Es sind unsere "Stammeltern", zum Leben erweckt aus den "Stammbäumen". Als Heilmittel gehört die Ulme auch zu jenen Pflanzen, die schon im Altertum bekannt waren. Dioskurides kennt die zusam-
menziehende, haut- und wundheilende Wirkung der Ulme. Die hlg. Hildegard hält die Ulme als Gichtheilmittel in grossen Ehren. Sie empfiehlt, mit dem Ulmenholz ein Feuer zu entzünden. Der Gichtkranke soll sich an diesem Feuer wärmen und die Gicht würde weichen. Weiter sagt sie, wer im Wasser badet, das vom Ulmenfeuer erwärmt wurde, der würde frei von Bosheit und erfüllt von Fröhlichkeit und guten Sinne. Von diesen Anwendungen ist heute leider nicht mehr viel übrig geblieben. die Volksheilkunde und auch die offizielle Pflanzenheilkunde kennen die Ulme kaum mehr.

 

Naturwissenschaftliche Heilpflanzenbeschreibung

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Verwendete Teile: 

Rinde:       Cortex ulmi int.

Sammelzeit:     

April

Wirkstoffgruppe: 

Droge mit Gerbstoffen

Hauptwirkstoff:  

Gerbstoff, Schleime

Nebenwirkstoff:  

Phytosterine, Phlobaphene, Harz, Gummi, Bitterstoffe

 

Wirkungen

 

Hauptwirkungen:  

stopfend

Nebenwirkungen:

wundheilend, Wasser treibend, blutreinigend, schweisstreibend, blutstillend

 

Anwendungen

 

innerlich:  

bei Durchfall, chronischen Hautausschlägen, Gicht und Rheuma, Blutungen, Fieber

äusserlich:  

bei Wunden, Hautausschlägen

 

Zubereitungen

 

innerlich:  

als Tee:  1 Teel. auf eine Tasse heisses Wasser Aufguss. Pro Tag 2-3 Tassen.

äusserlich:  

als Salbe, Umschlag, Waschungen

 

Volksheilkundliche Anwendung

 

Die wichtigste Anwendung der Ulme, die meiner Meinung nach vermehrt eingesetzt werden muss, ist als Mittel bei allen
chronischen Hautausschlägen, Abszessen und Furunkeln. Dabei soll sie nicht nur als Tee, sondern auch als Waschung
gebraucht werden. Die Waschungen bewirken auch eine raschere Vernarbung von Wunden. Zudem wirken die Rinde
und auch die Blätter tatsächlich sehr gut bei rheumatischen Krankheitsbildern. Die Wasser treibende Eigenschaft zeigt sich
recht gut bei Ödemen.

 

Baumheilkundliche Anwendung

 

Grundsätzlich hat die Ulme einen lösenden Charakter. Sie lehrt uns, uns in einer festgefahrenen Situation davon zu lösen und das vermeintlich Unlösbare einmal von der anderen Seite her zu betrachten. Umwandeln, transformieren sind die Stärke der Ulme. Diese Prinzipien wirken bis in die organischen Funktionen. Verdichtungsprozesse, Verhärtungen löst die Ulme auf, abbauende, auflösende Krankheiten wandelt sie in aufbauende, heilende Kräfte um.

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