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Wachholder

Botanischer Name: 

Juniperus communis

 

 

Familie

Cupressaceae  (Zypressengewächse)

 

 

Andere Namen:

Feuerbaum, Knirk, Krammetsbeere, Kranewitt, Machandel, Reckholder,Räucherstrauch,
Rauchholter, Wachteldörner

 

 

Vorkommen:

 

Der Wacholder ist praktisch in ganz Europa heimisch. zudem wächst er auch in Nord- und Westasien und in Nordamerika. Als recht widerstandsfähiger Strauch oder Baum gedeiht der Wacholder bis in Höhen von 2500 m. Er ist in Wäldern, an Hängen und in Weidegebieten zu finden.

 

 

Blütezeit

April - August

 

Aussehen

 

Im Jugendstadium hat der Wacholder eine säulenartige Gestalt, die sich während des Alters dehnt und zu einer breiten,
ausladenden Krone wird. Der Strauch oder Baum wird bis zu 15 m hoch. Seine harten, spitzen, blaugrünen Nadeln
wachsen in Dreierbüscheln. Die Frucht braucht drei Jahre, bis sie ganz reif ist. Noch bevor sie reif ist, sind bereits wieder
ganz junge Früchte angesetzt.

 

Geschichtliches

 

Der Wacholder spielte schon in der alten Heilkunde eine wichtige Rolle. Schon immer wurden ihm Wunderkräfte nachgesagt, was auch verständlich ist, denn diese Pflanze ist wirklich eine Kostbarkeit, die nicht selben unterschätzt wird, sei es in ihren Möglichkeiten oder auch in ihrer Wirkung. Dioskurides beschreibt die Beeren schon als Wasser treibendes Mittel. Später finden wir bei der hlg. Hildegard sehr rühmliche Worte zum Wacholder. Bei Fieber, Schmerzen in der Leber, bei Brustschmerzen und Lungenschmerzen ist der Wacholder ihrer Meinung nach ein gutes Heilmittel. Leonhart Fuchs (1543) beschreibt den Wacholder als ein universales Heilmittel. Magenerkrankungen irgendwelcher Art fallen ebenfalls in den Behandlungsbereich des Wacholders. Jetzt kommt auch allmählich die Anwendung als Pestschutzmittel zur Sprache. Die Räucherungen mit Wacholder sprach man auch schon im Altertum heilende und schützende Kräfte zu. Allein schon diese Räucherungen vertreiben Krankheiten, Hexen und Dämonen. Eine Räucherung im Haus, bestehend aus Wacholder, Weihrauch und Myhrre, dazu morgens nüchtern ein wenig Bibernelleingenommen, sollte den Menschen während 24 Stunden vor der Pest schützen. Mit in Wacholderöl getauchte Edelsteinen zog man Zauberkreise um das Krankenbett eines Patienten. Becher aus Wacholderholz zeigten an, ob ein Essen gesund oder gar vergiftet war. Verhexungen gegen die Milch würden kraftlos, wenn die Milch mit einem Stab aus Wacholderholz oder auch nur mit einem Wacholderzweig berührt würde. Zudem soll der Wacholder Zufluchtsort verstorbener Seelen sein, von dem sie wieder geboren werden könnten. Als Friedhofbaum treffen wir den Wacholderstrauch noch recht häufig an. Die Gebrüder Grimm haben dem Wacholder ein Märchen "Der Wacholderbaum" gewidmet.

 

Naturwissenschaftliche Heilpflanzenbeschreibung

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Verwendete Teile:

Beeren Pseudofructus Juniperi

Sammelzeit:     

reife Früchte im Oktober

Wirkstoffgruppe:

Droge mit ätherischem Öl

Hauptwirkstoff:

ätherisches Öl (Terpinolen, Sabinen, Camphen)

Nebenwirkstoff:   

Zucker, Wachs, Harz, Gummi Gerbstoff, Flavonglycoside

 

Wirkungen

 

Hauptwirkungen:

Wasser treibend, desinfizierend, hautreizend

Nebenwirkungen:  

stoffwechselanregend, blähungswidrig, wärmend, durchblutungsfördernd, allgemein stärkend

 

Anwendungen

 

innerlich: 

bei Wassersucht, Gicht und Rheuma, Nieren- und Blasen-Entzündung, Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen, Husten und Erkältungskrankheiten, Hautkrankheiten, Nervenschwäche

äusserlich:

bei Durchblutungsstörungen, Gicht und Rheuma, Erkältungskrankheiten, Hautkrankheiten

 

Zubereitungen

 

innerlich: 

als Tee:   1 Teel. als Aufkochung 1-2 Tassen pro Tag

 

als Tinktur, Gewürz oder roh genossen

 

Besonderes:

 

Von einer innerlichen Anwendung der Beere während der Schwangerschaft ist abzusehen. Vorsicht ist auch nötig bei
bestehenden Nierenkrankheiten und Nierensteinen. Von einer dauernden Anwendung rate ich ab, da das Nierengewebe
angegriffen werden kann.

 

Volksheilkundliche Anwendung

 

Das Volk hält den Wacholder in hohen Ehren. Das kommt auch durch einen Spruch aus der Pestzeit, den die Vögel von
den Dächern gepfiffen haben sollen, zum Ausdruck: "Esst Kranewit und Bibernell, dann stirbst nit so schnell", oder auch
durch die Bemerkung: "Wer täglich 1 Wacholderbeere isst, der bleibt vor Krankheiten verschont und wird alt". Die Beeren
haben ihren festen Platz als Gewürz und als Heilmittel beibehalten. Sie gelten als blutreinigend und fiebersenkend. Sehr
geschätzt werden die Beeren auch bei Leberleiden. Der Wacholder gilt als ein ableitendes Mittel, so auch bei Hautleiden wie Flechten und Ekzemen. Nebst den Beeren haben auch die Rinde und das Holz sehr wichtige Bedeutungen als Heilmittel. Die Anwendungsbereiche sind dieselben wie bei den Beeren.

 

Baumheilkundliche Anwendungen

 

Der Wacholder führt uns auf uns zurück. Er hilft uns wieder zu finden. Wen jemand den Boden unter den Füssen, die Wurzeln, die Beziehung zur Erde verloren hat oder wenn der Betroffene lieber nicht geboren sein möchte, kommt der Wacholder entgegen. Diese Form des Entwurzeltseins drückt sich beim Bild des Wacholders dadurch aus, dass diese Art stets mit Durchblutungsstörungen verbunden ist. Kalte Gliedmassen, langsame und schlechte Verdauung sind spürbare
Wacholderhinweise. Ihm in diesen Momenten zu begegnen tut gut.

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