Der Walnussbaum ist heute weit verbreitet. Ursprünglich wurde er nur angebaut. Heute ist er oft auch verwildert anzutreffen. Oft steht er frei im Feld, dann aber zieht er sich ganzen Waldrändern entlang, stets mit gutem Abstand von seinen Artgenossen.
Ursprüngliche Herkunft:
Es scheint, dass persische Könige den Walnussbaum nach Griechenland brachten. Von dort verbreitete er sich über Mittel- und Nordeuropa aus. Heute trifft man den Walnussbaum in ganz Europa an.
Blütezeit:
April – Mai
Aussehen
Der Baum kann bis 25 m hoch und 150 Jahre alt werden. Die Krone nimmt eine breite, kugelige Form an. Bei den älteren
Bäumen ist die graue Rinde tiefrissig. Die Blätter sind unpaarig gefiedert und die Teilblätter sind länglich-eiförmig, fast
ganzrandig. die männlichen Blüten erscheinen als hängende Kätzchen. Die weiblichen Blüten sind 1-5 zählig, einständig und
befinden sich an den vorjährigen Trieben. Die grünen, fleischigen Schalen umhüllen die Nuss. Die Nüsse sind in zwei Hälften
geteilt und durch ein holziges "Nusskreuzchen" aufgegliedert.
Geschichtliches
Der Walnussbaum hat eine lange Vergangenheit. Nicht nur als Heilmittel, sondern auch als religiöse Kultpflanze war der
Walnussbaum einer jener Bäume, denen ganz besondere Bedeutungen zuteil wurden. Griechen und Römer betrachteten die Walnüsse als Speise der Götter. Der Walnussbaum war bei den Griechen dem Zeus geweiht und bei den Römern dem
Jupiter. Auf den Walnussbaum wurden viele Symbole, die vorher mit dem Haselstrauch verbunden waren, übertragen, vor
allem das Fruchtbarkeitssymbol. Viele volkstümliche Bräuche um den Nussbaum, die die alten Bedeutungen dieses Baumes och ahnen lassen, sind uns überliefert. In der spätlateinischen Zeit warfen Kinder Walnüsse neuvermählten Eheleuten in den Weg. Die Nuss galt auch als Symbol der Unsicherheit des Ehelebens: "Niemand weiss, was sie bringt, niemand weiss, was in der Nuss zu finden ist, ob süss oder bitter"!. Dann aber wurde der neuvermählten Braut empfohlen, viele Nüsse zu essen, was einer Aufforderung oder auch dem Wunsch nach reichem Kindersegen gleichkam. Später wurde bei der Geburt eines Knaben oder eines Stammhalters ein Nussbaum gepflanzt (in einigen Gegenden ist es auch der Lindenbaum). In die Wurzelgrube kam zuerst die Plazenta und darauf wurde dann der junge Baum gepflanzt. Ähnliches kennt man auf dem Bauernhof. Die Plazenta einer Stute wird an den Nussbaum gehängt. Das soll Stute und Fohlen gesund erhalten. Wie der Haselnusszweig, ist auch der Walnusszweig ein Schutzmittel vor Blitzschlag. Dass die Nuss schwer verdaulich ist und Kopfschmerzen verursachen kann, war schon Dioskurides bekannt. Plinius d Ältere ergänzte noch mit der Erfahrung, dass der Geruch des Baumes einen "schweren Kopf" bringt. Interessant ist auch der Volksmund aus der Türkei und einigen Gegenden der Schweiz, der besagt, dass man sich nicht längere Zeit unter einem Nussbaum aufhalten, geschweige denn gar einschlafen soll. Das könne zum Tode führen. Tatsache ist, dass allgemein Pflanzen und Insekten den Nussbaum meiden.
Als Heilmittel, wie auch als Schutzmittel war der Nussbaum früher wie auch heute noch sehr bekannt. Der König Pontius
Mithridates bewahrte in seinem Geheimarchiv ein Rezept auf, das ein Universalgift darstellen soll. Tabernaemontanus
empfiehlt 1731 zu Fisch soll Nuss gegessen werden, denn diese löse den zähen Schleim. Ähnliches ist einiges früher von
der hlg. Hildegard zu vernehmen. Sie lobt den Nussbaum, macht aber ganz klar darauf aufmerksam, dass die Blätter jung
und noch vor der Fruchtbildung gesammelt werden müssen. So empfiehlt sie die Blätter bei Würmern. Äusserlich
angewendet, kennt sie eine Salbe gegen Lepraausschläge und bei Hauterkrankungen. Die hlg. Hildegard spricht auch vom
Schleim, nur in einem etwas anderen Zusammenhang. "Wer das Öl isst, dessen Fleisch wird schön und es macht ihn fröhlich. Davon nimmt aber der Schleim zu". Werden die Blätter zerrieben oder veräschert, so duften sie sehr intensiv. Mit diesem Duft wurden im Mittelalter die Krankenzimmer parfümiert, ähnlich wie mit Rosmarin, Weihrauch oder Wacholder.
Walnussblätter vertreiben Mücken, Wanzen, Läuse und halten
Fliegen fern, Ebenso vertreiben sie Mäuse.
Volksheilkundliche Anwendung
Im Gegensatz zur offiziellen Anwendung wird die Walnuss in der Volksheilkunde viel
breiter angewendet. Als Insektenschutzmittel kann ein Ölauszug aus den grünen
Nussschalen zubereitet werden. Dazu braucht man 100 – 200 gr. frische Nussschalen und 1 Liter kalt gepresstes
Öl (Olivenöl, Distelöl usw.). Die Schalen gibt man ins Öl.
Am besten verwendet man dabei ein gut verschliessbares Glas. Das mit Öl und Nussschalen gefüllte Glas kommt
jetzt 5 – 6 Wochen an einen warmen Ort zu stehen. Danach wird abgesiebt. Jetzt gibt man noch einige Tropfen
Citronellöl oder Nelkenöl dazu. So erhalten wir ein sehr gutes Insektenschutzmittel. Die Blätter und Schalen werden
auch bei: Diabetes, Rachitis, Gicht und Rheuma, Würmern, Blutarmut und allgemeiner Schwäche, Weissfluss,
Milchschorf, Karies und zur allgemeinen Stärkung nach Krankheiten mit zum Teil sehr guten Erfahrungen, verwendet.
Die Nussschalen dienen noch besonders zur Entschlackung und Herzstärkung, aber auch zur Behandlung der
Zuckerkrankheit. Die Volksheilkunde kennt ebenfalls auch die Anwendung der Nusskreuzchen. Ein Abkochsud
davon benützt man zum Wassertreiben und ebenfalls zur Herzstärkung. Der Nusslikör wird zur allgemeinen
Stärkung herangezogen und bei Impotenz des Mannes wird die Nusstinktur in einer täglichen Anwendung von 4-6
Tropfen, jeweils abends, verwendet. Zudem werden die frischen Blätter als Auflage zum Abstillen gebraucht.
Baumheilkundliche Anwendung
Ist der Mensch zwischen vielen Möglichkeiten hin und her gerissen und kann sich dabei nicht entscheiden, sollte er
einmal daran denken, dass ihm durch einige Besuche beim Nussbaum Hilfe entgegenkommt. Auch wenn jemand
starken Stimmungsschwankungen unterworfen ist und es ihm dabei so vorkommt, wie wenn jemand anders ihn hin
und her wirft, so als ob er das Steuer vollständig verloren hätten, ist es empfehlenswert den Nussbaum regelmässig
aufzusuchen. Der Baum vermittelt Klarheit und Willensstärke. Er ist dabei auch Vermittler zwischen Himmel und
Erde, zwischen "Götter" und Menschen.