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Weide

( Silberweide )

Botanischer Name:

Salix alba

 

 

Familie:

Salicaceae  (Weidengewächse)

 

 

Vorkommen:

Man begegnet der Silberweide in ganz Europa. Sie wird häufig zur Befestigung von Bach- und Seeufern angepflanzt. Sie ist ebenso in Nordasien und in Nordamerika weit verbreitet.

 

 

Blütezeit: 

April - Mai

 

Aussehen

 

Die Silberweide ist ein Strauch oder Baum, der bis 30 m hoch werden kann. Sie bildet eine hochgewölbte, breite Krone mit
silbergrauen Ästen. Die Rinde ist netzartig gerissen. Die lanzettlich zugespitzten und fein gesägten Blätter glänzen auffallend silbergrau. Sie sind beidseitig leicht behaart. Die Blüten bilden Kätzchen. Die männlichen Blüten sind gelb und die weiblichen grünlich.

 

Geschichtliches

 

Um die Weide ranken sich unzählige Sagen, Legenden und mystische Erzählungen. Gerade die Trauerweide (Salix x chrysocoma) kommt hier immer wieder ins Blickfeld. Weiden galten als "Hexenbäume", aber auch als Symbol der unbändigen, sich immer wieder selbsterneuernden Lebenskraft. Die Zauberbesen der Hexen sollen aus Weidenruten gefertigt worden sein, so hiess es wenigstens in der Zeit der grossen Hexenverfolgungen. Hexen verschwanden als schöne Mädchen in den Weiden und kamen als fauchende Katzen verwandelt wieder hervor. In der gleichen Zeit, in der die Hexenverfolgung und das Foltern von Frauen und Ketzern von der Kirche abgesegnet war, fand die Weide auch als Symbol der Jungfräulichkeit Einzug in der Kirche. Der volkstümliche Gedanke, dass das Essen von Weidensamen unfruchtbar mache, wurde an die Jungfräulichkeit Marias angelehnt und so legitimiert. Der griechischen Göttin des Wachstums der Erde, Demeter, galt die Weide als geweihter Baum, der hin und wieder auch von Persephone, der Todesgöttin besucht wurde. Die keltischen Druiden feierten das Fest der Wiedergeburt der Natur zur Zeit der Weidenblüte. Sie steckten Weidenzweige in die Erde um die Fruchtbarkeit der Felder zu erhalten und zu stärken. So ist die Weide zu einem vielseitigen Symbol geworden. Sie ist Baum der Trauer, Trennung und des Todes. Sie ist aber auch Baum der Fruchtbarkeit, der Wiedergeburt und der Erneuerung. Vielen Dichtern bot die Weide eine Fülle von Symbolen, die in Gedichten, Gesängen und Erzählungen ihren Niederschlag fanden. Als Baum der Gerechtigkeit und des Ausgleichs finden die Weiden sehr schön im Märchen von Christian Anders: "Alles am rechten Platz", ihren Niederschlag. Als Heilmittel war die Weide schon im Altertum bekannt. Praktisch alle Kräuterkundige der vergangenen Jahrhunderte schrieben der Weide vielseitige Wirkungen zu. Hyppokrates, Doscurides, Plinius, die hlg. Hildegard von Bingen, Matthiole und Paracelsus, sie alle kennen die zusammenziehende, wundheilende Wirkung der Weide. Matthiole beschreibt die Weidenblätter im 16. Jahrhundert als Schlaf förderndes Mittel. Vor ihm beschrieb die hlg. Hildegard von Bingen die Weide als Ausdruck der Laster. Ihr innerlicher
Gebrauch würde die Melancholie erregen und den Menschen "innerlich bitter machen", ihm Gesundheit und Fröhlichkeit nehmen. Im 17. Jahrhundert wurde dann die Rinde auch als fiebersenkendes Mittel herangezogen. 1898 gelangt es, aus der Weidenrinde die Salicylsäure zu gewinnen und  entsprechend synthetisch herzustellen. Damit begann die neue Form der Schmerzbekämpfung, vor allem rheumatischer Schmerzen. Die Anwendung der Weidenrinde als schmerzlinderndes Mittel war aber schon viel früher bekannt. Die schmerzstillende Eigenschaft wurde durch die Entdeckung der Salicylsäure lediglich bestätigt.

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Naturwissenschaftliche Heilpflanzenbeschreibung

 

Verwendete Teile:

Rinde   Cortex salicis

Sammelzeit: 

April – Mai

Wirkstoffgruppe:

Droge mit Phenolglycosiden

Hauptwirkstoff: 

Salicin

Nebenwirkstoff: 

Gerbstoffe, Harz, Oxalate, Enzyme

 

Wirkungen

 

Hauptwirkung: 

antirheumatisch, fiebersenkend, schweisstreibend, zusammenziehend

Nebenwirkungen: 

hautreizend, entzündungswidrig, schmerzstillend, Wasser treibend

 

Anwendungen

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innerlich:

Vor einer innerlichen Anwendung ist im allgemeinen abzuraten. Lediglich in ganz geringen Mengen in: antirheumatischen, antineuralgischen, Nieren- Blasen desinfizierenden Teemischungen. Auch hier

zeigen sich immer wieder Reizungen der Magenschleimhaut, so dass in erster Linie eine äusserliche Anwendung in Betracht kommt. Als Mundspülung und Gurgelmittel bei Zahnfleischblutungen, Mandelentzündungen

äusserlich: 

bei neuralgischen und rheumatischen Schmerzen, Entzündungen, Hauterkrankungen,

Wunden, Fussschweiss

 

Zubereitungen

 

innerlich: 

als Tee:  nur als Zusatz. Auf 100 gr. Teemischung 1       10-15 g Weidenrinde. Zum Gurgeln wird eine Teeabkochung zubereitet.

äusserlich: 

als Umschlag:   frische Weidenrinde gequetscht auf die schmerzende oder entzündete Hautpartie

 

auflegen. Nach 1-2 Std. wechseln und erneuern.

 

als Pflaster, Bad, Salbe

 

Volksheilkundliche Anwendung

 

Bevor die Salicylsäure synthetisch und entsprechend magenverträglich hergestellt werden konnte, war die Weidenrinde ein vielgebrauchtes Heilmittel bei verschiedenen Krankheiten. So wurden innere Blutungen und Magen-Darm-Katarrh mit
Weidenrindentee behandelt. Auch bei Nieren-Blasenerkrankungen ist die Weidenrinde immer noch ein beliebtes und gutes
Heilmittel. Die äusseren Anwendungen reichten hin von der Behandlung von Hautrötungen bis zu Kopfschmerzen. Hier zeigt
sich die Weidenrinde nach wie vor als sehr gutes Heilmittel, insbesondere bei allen Formen von Schmerzen und verschiedenen Arten von Hautausschlägen.

 

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Wem die innere Ruhe fehlt, wer unausgeglichen ist und gestaute Wut in sich trägt, dem hilft die Weide. sie kühlt und erfrischt. Sie kann aber auch melancholisch stimmen und oft nur schwer zu formulierende Sehnsüchte auslösen. Sie lässt einem in die Ferne schweifen. Verhärteten, in sich zurückgezogenen und verbitterten Menschen ist die Weide oft eine sehr grosse Hilfe. Sie löst und erweicht. Sie erneuert. Auf ähnliche Weise zeugt sie ihre Eigenschaften jenen, die an Gicht und rheumatischen Erkrankungen leiden und den Frauen mit starken Menstruationsschmerzen beim Besuchen der Weide.

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