Hadorn, Hahnedorn, Hagöpfeli, Handorn, Mehlbeere (nicht zu verwechseln mit der Mehlbeere – Sorbusaria) Moorbeere, Rotdorn, Zaundorn
Vorkommen:
Der Weissdorn ist in ganz Europa, bis nach Skandinavien und Westrussland, weit verbreitet. Er kreuzt sich oft mit andern Arten. Er ist häufig als Heckenpflanze, an Waldrändern und auch in Parkanlagen zu sehen.
Blütezeit:
Mai – Juni
Aussehen
Der zerzauste Strauch oder Baum erreicht Höhen von 18 m. Dabei bildet er eine sehr unregelmässige Krone. Im Frühjahr
ist er einer der ersten Sträucher, der zu blühen beginnt. Zum Unterschied des Schwarzdorns treibt der Weissdorn erst Blätter und dann die Blüten. Die Blätter sind oval und tief eingebuchtet. Sie sind 3-5 lappig. Der eingrifflige Weissdorn hat nur einen Griffel (Name) und entsprechend in der reifen roten Frucht auch nur einen Kern. Im Gegensatz dazu bildet der zweigrifflige Weissdorn zwei Griffel und demzufolge auch wie Kerne in der Frucht aus.
Die Geschichte des Weissdorn ist eher jung. Im Altertum war er praktisch nicht bekannt. Um das 17. Jahrhundert herum
taucht eine Beschreibung des Weissdorns als Mittel, das die "Bewegung des Blutes" verstärkt auf. Erst nach 1850 gelangte der Weissdorn zu seinem Ansehen als wichtiges Herzkreislaufmittel. Der irische Arzt Dr. Green beschreibt seine grossen Erfolge mit dem Weissdorn bei den verschiedensten Herzleiden. Im Volksglaube hatte der Weissdorn schon früh eine recht wichtige Stellung als Mittel, das Hexen vertreibt und bösen Zauber abwehrt. Schon in der Zeit der Römer wurden
Weissdornzweige über den Türen angebracht, um das Haus und die Bewohner vor Krankheiten zu schützen.
Naturwissenschaftliche Heilpflanzenbeschreibung
Verwendete Teile:
Blüten:
Flores crataegi
Blätter:
Folia crataegi
Früchte:
Fructus crataegi
Sammelzeit:
Blüten:
Mai – Juni
Blätter:
Mai – Juli
Früchte:
September – Oktober
Wirkstoffgruppe:
Droge mit Bitterstoffen
Hauptwirkstoff:
Crataegussäure, Triterpensäure (Ursolsäure und Oleanolsäure)
bei allen Formen von Herzkrankheiten und Herzschwächen, Blutdruckschwierigkeiten, Fieber,
Grippe und Lungenkrankheiten, Angina pectoris, Fettherz, Arteriosklerose, Altersherz, zur Vorbeugung.
Zubereitungen
innerlich:
als Tee:
1-2 Teel. pro Tasse, Aufguss, 2 mal täglich 1 Tasse
als Tinktur:
10-15 Tropfen 2 mal täglich
als Pulver:
1 Teel. Blütenpulver 1-2 mal täglich
Volksheilkundliche Anwendung
Die Volksheilkunde kennt und verwendet den Weissdorn ebenso, wie ich ihn bereits beschrieben habe. Hinzu kommt noch
die Anwendung des Früchtemuss bei Durchfall. Tatsächlich läst sich eine leichte stopfende Wirkung durch die Anwendung
der Früchte feststellen. Geeignet ist das Mus vor allem für Kinder, die einen Durchfall haben, verursacht durch eine Magen-
Darmgrippe. Im weiteren stelle ich fest, dass der Weissdorntee auch an Kinder im Vorschulalter und im Schulalter gegeben
werden darf. Er eignet sich sehr schön bei Interesselosigkeit, Konzentrationsschwäche und für Kinder, die unter seelischem Druck Ängsten entwickeln und dadurch freudlos und in sich gekehrt sind. der Weissdorn zeigt hier sehr schöne, befreiende Eigenschaften.
Baumheilkundliche Anwendung
Im Weissdorn sind ähnliche Momente enthalten wie im Schwarzdorn. Zum Unterschied des Schwarzdorns sind
Weissdornmenschen überaktiv. Sie verstecken sich unter ihrer Aktivität. Auch das genaue Gegenteil ist zu finden:
Der Mensch ist ganz einfach schlapp und müde. Die Müdigkeit wird zum Vorwand, nicht auf den Mitmenschen
zugehen zu müssen. Die Ursachen dieses Verhaltens können sehr tief greifende Erfahrungen sein, die bis weit in die
Kindheit, ja sogar in die vorgeburtliche Zeit zurück gehen. Der Weissdorn übernimmt hier die Rolle eines Schlüssels.
Müdigkeit läuft mit Blutkreislaufstörungen, Herzschwächen und Verdauungsstörungen einher. Hier setzt der
Weissdorn in der organischen Ebene an.