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 Zwetschgenbaum

 

 

Botanischer Name:   

Prunus domestica

 

 

Familie:     

Rosaceae   (Rosengewächse)

 

 

Andere Namen:  

Kultur Pflaume

 

 

Vorkommen:  

Der kultivierte Zwetschgenbaum ist in den gemässigten Zonen Europas, Asiens, Südafrikas und Nordamerikas verbreitet.

 

 

Ursprüngliche Herkunft:  

Es wird allgemein angenommen, dass das ursprüngliche Herkunftsgebiet Vorderasien ist. Die heutige Form ist eine Kreuzung die wahrscheinlich aus dem Schwarzdorn (Prunus spinosa) und der Kirschpflaume (Prunus cerasifera) entstanden.

Blütezeit:  

April

 

Aussehen

 

Der Zwetschgenbaum kann bis 12 m hoch werden. Mit dem Erscheinen der Blätter beginnt er auch zu blühen. Die Blätter
sind verkehrt-eiförmig und stumpf. Der Blattrand ist fein gezähnt. Die Steinfrucht variiert je nach Sorte. Meist ist sie
eiförmig und länglich. Im Jungstadium noch herb und sauer, wird sie mit dem Reifen immer süsser im Geschmack.

 

Geschichtliches

 

Um den Zwetschgenbaum ranken sich viele Legenden und Bräuche. Heiratsorakel und Geburtsprophezeiung, Glücksbringer und Gesundbaum alles in einem findet sich beim Zwetschgenbaum zusammen. Kein Wunder, dass er oft in der Nähe von Häusern angepflanzt wurde. Sollte er notwendig werden, war er gleich in der Nähe. Wer am Neujahr Zwetschgen kocht, dem geht das ganze Jahr das Geld nicht aus. In Märchen verwandeln sich die Zwetschgenkerne in pures Gold. Das fahrende Volk kennt die Pflaume sehr gut. Eine ausgehöhlte Pflaume wird mit Mistelpulver gefüllt und bei Epilepsie, Schwindel und anderen Geisteskrankheiten eingenommen. Übrigens: Die Mistel darf nur vom Mann gesammelt werden. Dabei darf die Mistel den Boden nicht berühren. Der Schwarze Holunder hingegen darf wiederum nur von der Frau gesammelt und verarbeitet werden. So wollen es die Traditionen  und der Glaube des Fahrenden. In der Volksheilkunde ist der Zwetschgenbaum auch als Gesundbaum sehr geschätzt, das heisst, er eignet sich besonders gut um Übertragen von
Krankheiten. Die hlg. Hildegard sagt vom Pflaumenbaum, dass er den Zorn bezeichne. Sie empfiehlt die Rinde als Mittel gegen Würmer. Zudem erwähnt sie die Erde, die sich um die Wurzeln des Baumes befindet. Diese Erde hilft bei Menschen, die durch Magie und Verwünschungen von Sinnen gekommen sind. Nun, heute sind die Zwetschgen und die Pflaume eher als Diätetikum, das heisst als allgemein aufbauende und regulierende Mittel während und nach Krankheiten bekannt.

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Naturwissenschaftliche Heilpflanzenbeschreibung

 

Verwendete Teile: 

Früchte

Sammelzeit: 

August – September

Wirkstoffgruppe:

Droge mit Vitaminen und Mineralien

Hauptwirkstoff:

Vitamine:

Riboflavin, Niacin, Thiamin, Karotin, Vit. C

 

Mineralien:

Kalzium, Eisen, Phosphor

Nebenwirkstoff:

fettes Öl, Gummi, Pektin, Zucker, Uralinsäure

 

Kerne:

 Amygdalin

 

Wirkungen

 

Hauptwirkungen: 

frische und getrocknete Früchte: allgemein aufbauend

Nebenwirkungen:

Magensaftsekretionsfördernd, blähungswidrig, mild abführend

 

Anwendungen

 

innerlich: 

bei allgemeiner Schwäche und Altersschwäche, Verstopfungen, Verdauungsstörungen, Blähungen

 

Zubereitungen

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innerlich: 

als Tafelobst, Dörrfrucht, Kompott, Saft,, Marmelade

 

 

 

 

Besonderes: 

Gedörrte Früchte sollten vor dem Essen einige Stunden in lauwarmes Wasser eingelegt werden

 

Volksheilkundliche Anwendung

 

In der Volksheilkunde gilt die Zwetschge auch als kühlendes, Wasser treibendes und krampflösendes Mittel.
Gänsefingerkraut in Zwetschgenwasser (Gebrannter Schnaps) eingelegt, dienst zur Einreibung bei Waden- und
Fusskrämpfen. Als krampflösendes Mittel eignet sich die Zwetschge auch bei Magenkrämpfen und als
kühlendes Mittel wird sie bei Sonnenstich angewendet. Nierenkranke Menschen machen immer wieder die
Erfahrung, dass die Zwetschge Schmerzen im Nierenbereich verursachen kann, sobald sie nur wenig über ihre
verträgliche Menge hinaus eingenommen haben. Endlich hat die Zwetschge auch den Ruf, ein Rheuma- und
Gichtmittel zu sein. Dabei mache ich die Erfahrung, dass sie als unterstützendes Mittel oft die eigentliche
Therapie einleitet oder überhaupt sogar ermöglicht. Es scheint so, als ob sie zur Trägerin der anderen
Pflanzeneigenschaften würde. In der Therapie werden in diesem Moment jeweils am Morgen nüchtern 3 gedörrte
und über Nacht eingelegte Zwetschgen gegessen. Bei Gelbsucht wird eine gedörrte Zwetschge, gespickt mit
2-7 Läusen, geschluckt. Hier fällt mir die Anwendung des fahrenden Volkes bei Schwindel und Epilepsie ein
(s. Geschichtliches). Aus den Blüten wird noch eine Tinktur zubereitet, der allgemein stärkende und
belebende Eigenschaften zugesprochen wird.

 

Baumheilkundliche Anwendung

 

Hitzigen und rasch in Wut geratenden Menschen hilft der Zwetschgenbaum einen Ausgleich zu finden.
Seine Begegnung kühlt und entspannt sehr stark. Er löst Verhärtungen, macht weich und durchlässig.
Hauptsächlich im Bereich Gliedmassen und Unterleib zeigt der Zwetschgenbaum sehr schöne
Eigenschaften. Ich möchte doch aber auch vor seiner Kälte zur Vorsicht mahnen. Er kann für viele
Menschen zu stark kühlen, so dass sie anfällig auf Erkältungskrankheiten werden.

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