Warum: . . . . .verbietet das Alte Testament den Genuss von Schweinefleisch ?
Weshalb: . . . galten Froesche den alten Israeliten als „abscheulich“ ?
Wa: . . . . . . . . . steckt hinter den Reinheitsgeboten in den fünf Buechern Mose ?
Theologen glauben, dass diese strengen Regeln den Bund zwischen Gott
und den Juden sowie die Gemeinschaft der Glaeubigen staerken sollten.
Zum Beispiel legt das dritte Buch Mose ( 11, 1 – 8 ) fest, dass alle Tiere,
die gespaltene Klauen haben, Paarzeher sind und Wiederkaeuer, gegessen
werden dürfen. Nicht aber das Kamel, das Wildschwein, etc. Diese sollt Ihr für
unrein halten.
Du sollst keine Tiere halten, die dir Nahrung streitig machen ! |
Das kann man als das oekologische Gebot hinter dieser biblischen Vorschrift
erkennen. Denn aus biologischer Sicht ist die Aufteilung in reine und unreine
Tiere sinnvoll. Die Menschen sollen die Ressourcen des Landes optimal nutzen.
„Schweine sind zwar gute Futterverwerter, machten den Juden aber durch aehnliche Nahrungsansprüche das Essen streitig“,
Rinder dagegen sind wesentlich anspruchsloser und koennen im Magen selbst haerteste Graeser aufspalten.
Sie machen
Nahrung für sich nutzbar, die dem Menschen verschlossen bleibt. „Kamele seien als
Transporttiere wichtig gewesen und wohl deshalb geschuetzt worden.
Du sollst kein Wassergetier essen, das Schaedlinge vom Leibe haelt ! |
So laesst sich das oekologische Gebot hinter der Regel Zusammenfassen, die im
Dritten Buch Mose ( 11, 9 – 10 ) fest gehalten ist: Von allen Tieren, die im Wasser
Leben, duerft ihr essen; alle Tiere mit Flossen und Schuppen. ...Aber alles, was in
Meeren oder Fluessen lebt ...und keine Flossen oder Schuppen hat, sei euch
abscheulich.
Gemeint sind insektenfressende Amphibien, vor allem Froesche. Denn Hummer, Krabben oder Aale gab es im antiken Israel nicht. Wie wichtig der Schutz der Froesche war, zeigt das Beispiel Bangladesch.
In den 70er Jahren des 20.Jahrhunderts begann man diese Tiere dort im grossen Stil fuer den Export zu fangen: Ihre Schenkel galten im Westen als Delikatesse. Daraufhin breitete sich im Land die Malaria aus – selbst in Gebieten, in denen diese Krankheit früher nicht aufgetreten war. Mit den Fröschen hatte Bangladesch seinen billigen und effektiven Malariaschutz verkauft.
Du sollst den Pflanzen nicht die Nahrung rauben |
Dieser Oeko-Merksatz liegt sinngemaess gleich zwei Bibelstellen zugrunde: Du sollst in deinem Weinberg keine anderen Pflanzen anbauen, heisst es im fünften Buch Mose
( 22, 9 ). Will sagen: Wer gleichzeitig mehrjährige Pflanzen wie Oliven oder Wein und
einjährige wie Getreide auf derselben Fläche anbaut, laugt den Boden zu sehr aus.
Und das dritte Buch Mose ( 19, 23 – 25 ) legt fest: Wenn ihr einen Fruchtbaum pflanzt, sollen ( seine Fruechte ) drei Jahre lang fuer euch etwas Unbeschnittenes sein, das man nicht essen darf. Im vierten Jahr sollen alle Fruechte geheiligt sein.
Erst im fünften Jahr dürft ihr .den Ertrag für euch ernten.
Diese Regel beruht offenbar auf dem Wissen, dass der Boden erst einige Jahre lang aus den abfallenden Fruechten Humus bilden muss.
Nur so kann er genug Wasser speichern, das dann den ausgewachsenen Baum ernaehrt und am Leben erhaelt
.
Bezugsquelle:
Das Beste Juli 2003
www.dasbeste.ch |